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Long Covid Neuro-Initiative

Long-Covid-Neuro-Initiative

Die Parkinson-Krankheit ist eine der häufigsten Erkrankungen des Nervensystems weltweit. In Deutschland soll sich die Inzidenz der Krankheit bis 2030 verdoppeln. Eine Berliner Initiative will das ändern.

Neurodegenerative Erkrankungen (NDD) sind durch das sukzessive Absterben von Nervenzellen im zentralen Nervensystem gekennzeichnet. Kann das Gehirn diesen Verlust nicht mehr ausgleichen, sprechen wir von einer neurodegenerativen Erkrankung wie Parkinson oder Alzheimer. Da diese Erkrankungen häufig mit Alterungsprozessen einhergehen, haben insbesondere Gesellschaften im demografischen Wandel mit den Auswirkungen zu kämpfen. Zwischen 1990 und 2005 hat sich die Zahl der Parkinson-Patienten weltweit auf über sechs Millionen verdoppelt. Schätzungen zufolge wird diese Zahl bis 2040 auf 40 Millionen steigen. Das Risiko, an Parkinson zu erkranken oder bereits zu Lebzeiten an der Krankheit erkrankt zu sein, wird für den Leser dieser Zeilen immer wichtiger. Außerdem kommt für viele die Diagnose zu spät – Geld ist das Haupthindernis – zum Nachteil der Patienten (Artikel zu diesem Thema).

Glücklicherweise sind die Hinweise auf die Ursachen der Pandemie überall um uns herum. Was fehlt, ist der Wille zum Handeln. (Dorsey et altera, »The Emerging Evidence of the Parkinson Pandemic«, »Journal of Parkinson’s Disease 8«, 2018, Seiten 3–8).

Trotz dieser vorhersehbaren medizinischen, sozialen und wirtschaftlichen Herausforderung ist in den vergangenen Jahren zu wenig passiert, um die zugrunde liegenden Ursachen neurodegenerativer Erkrankungen anzugehen.

Das Problem

Covid 19: Besonders gefährlich könnte die »Dritte Welle« in Form von neurodegenerativen Folgeerscheinungen werden. Eine Intensivierung der Forschung, insbesondere zur Parkinson-Krankheit, ist dringend erforderlich. Lesen Sie hier den Artikel zum Thema.

NDDs werden heute fast genauso behandelt wie vor 30 Jahren. Es gibt weder kausale Therapien noch Impfstoffe und symptomatische Therapien sind ein relativ »gutes Geschäft«. Infolgedessen gibt es weder von großen Pharmaunternehmen noch von Biotech-Start-ups genügend angewandte Forschung zu kausalen Therapien oder Impfstoffen.

Das Deutsche Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) bestätigt diese Einschätzung: »Wir teilen Ihre Besorgnis über das Engagement der Industrie bei der Entwicklung neuer Therapien für neurodegenerative Erkrankungen; Sowohl für die Parkinson- als auch für die Alzheimer-Krankheit fehlen modifizierende Therapien. Obwohl mehrere Studien abgeschlossen wurden, wurde noch kein wirksames Heilmittel gefunden. Viele Pharmaunternehmen haben sich aus Investitionen und Forschung in Medikamente oder Biologika zur Behandlung neurodegenerativer Erkrankungen zurückgezogen.«

Eine Koordination über den Markt führt folglich nicht zu einer konsequenten Allokation der verfügbaren Forschungsressourcen im Kampf gegen NDDs. Die Komplexität neurodegenerativer Erkrankungen (Morbus Parkinson gilt als multivariant, multisystemisch und multikausal) gilt als eine Hauptursache für die lange Reihe von Misserfolgen in den letzten Jahrzehnten (Amgens F & E-Chef David Reese: »Die Industrie hat ein ziemlich rudimentäres Verständnis von neurodegenerativen Erkrankungen«). Es wird davon ausgegangen, dass diese Komplexität zusammen mit den wesentlich längeren Entwicklungszeiten und Zulassungsverfahren und den unverhältnismäßig höheren Entwicklungskosten den Kern eines Marktversagens bei der Entwicklung kausaler oder krankheitsmodifizierender Therapien bilden. Die Yuvedo Foundation wird mit Unterstützung privater Spender eine wissenschaftliche Studie zu den Ursachen des Marktversagens im Bereich der Therapieentwicklung für NDD in Auftrag geben.

»Wir sind davon überzeugt, dass Parkinson heilbar ist«, Artikel auf Deutsch.

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